Eine Geschichte von der Samenspende zum Wunschkind: "Und dann kam Polly"
Ungefähr 1.200 Kinder werden jedes
Jahr in Deutschland mithilfe einer Samenspende geboren. Mittlerweile
sind das vermutlich 100.000 Kinder. Obwohl die tatsächliche Zahl noch
deutlich höher sein könnte, da u.a. Auslandsbehandlungen mit Spendersamen statistisch nicht
erfasst werden können.
Michael fragte sich: „Werde ich dieses Kind überhaupt lieben können?“ (...es ist ja schließlich von einem anderen!) und „Bin ICH dann überhaupt der „richtige“ Vater? Was antworte ich denn, wenn das Kind sagt „Du bist nicht mein richtiger Vater!“...?
Und beide sind sich nicht sicher: „Sollen wir es dem Kind überhaupt sagen? Das kann doch auch gehänselt werden, wenn es jeder weiß...oder?".
In der psychosozialen Beratung zu der dann Paare wie Anna und Michael zu mir kommen, nehmen wir uns genau die Zeit, um in „alle Richtungen“ zu schauen.
Ich erlebe häufig, dass sich Paare, wenn sie sich auf diesen Weg der Entscheidungsfindung machen auch unter Druck setzen...“Das ist unsere letzte Chance!“ oder erwarten, dass diese Entscheidung für die Samenspende scheinbar automatisch zum langersehnte Wunschkind führt...Aber auch dafür braucht es die Möglichkeit, um sich mit Fragen wie:
Im Nachhinein sagt Michael, als ich die Drei wiedertreffe, kann er sich nicht vorstellen, warum er je daran gezweifelt habe, dieses Kind lieben zu können und dass merkwürdigerweise alle denken, dass Polly seine Augen hätte... Aber auch das mache ihn ein bisschen stolz.
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Kindern, die aus einer Behandlung mit
Spendersamen (auch „donogene Insemination“ = DI genannt)
entstehen, steht das nicht auf der Stirn. Und auch Polly eine
süße 3-jährige, deren Vater Michael „stolz wie Oskar“ ist,
wurde mithilfe einer Samenspende geboren.
Pollys Papa hatte als Kind Mumps. Blöd
nur, dass diese harmlose Kinderkrankheit dafür sorgen kann, dass
Jungs ihre Zeugungsfähigkeit verlieren... Das Spermiogramm in der
Kinderwunschklinik zeigte: "Totalausfall"..., auch „Azoospermie“
genannt.
Meine Klientin Anna und Pollys Papa
waren damals am Boden zerstört. Sie hatten von den Mumps-Spätfolgen
nicht gewusst und einige Jahre ohne Erfolg versucht Monat für Monat schwanger zu werden.
In dieser Situation saßen sie beide
geschockt von der Diagnose Azoospermie und ziemlich verzweifelt vor
mir: "Warum denn wir...?" und "Wie geht’s denn jetzt weiter...wir
haben zwar schon über Samenspende nachgedacht, wissen aber nicht, ob
das was für uns ist“ fasst Michael zusammen. Seine damals
„Noch-nicht-Frau“ Anna scheint gedanklich schon „3 Schritte
weiter“ zu sein: „Wenn das die einzige Möglichkeit ist, ein Kind
zu bekommen, dann machen wir das!“
Das erlebe ich häufig, dass Frauen oft
pragmatisch die „Zügel in die Hand nehmen“, dennoch ist es super
wichtig, dass alle Gedanken, Bedenken und auch Ängste einfach mal
ausgesprochen werden dürfen. Denn wenn die Option Samenspende im
Kopf entsteht, tauchen ganz schnell auch Fragen und Ängste auf.
Michael fragte sich: „Werde ich dieses Kind überhaupt lieben können?“ (...es ist ja schließlich von einem anderen!) und „Bin ICH dann überhaupt der „richtige“ Vater? Was antworte ich denn, wenn das Kind sagt „Du bist nicht mein richtiger Vater!“...?
Anna fragte sich eher: „Was sind das
eigentlich für Männer, die Spermien spenden?“
Ich weiß, ohne dass Sie es ausspricht,
dass die Phantasie schnell geneigt ist ein Szenario ala: „Das sind
bestimmt drogenabhängige Brückenpenner“ ausmalt.
Und beide sind sich nicht sicher: „Sollen wir es dem Kind überhaupt sagen? Das kann doch auch gehänselt werden, wenn es jeder weiß...oder?".
Es ist soooo super wichtig, im Vorfeld
Zeit zu haben, all diese Fragen, Ängste und Bedenken in einem guten
Rahmen zu klären. Nicht auf alles wird es „die eine gültige“
Antwort geben, aber Michael und Anna fanden im Gespräch darüber
heraus, ob das IHR Weg sein konnte, ob es sich stimmig anfühlte oder
ob es eben nicht für beide als Option denkbar wäre. Auch das kann
passieren: Einer/Eine kann sich die Behandlung mit Samenspende
vorstellen und der andere Partner eben nicht...Was dann? Dann
gilt es nicht, den Zweifler zu überzeugen, sondern die Ängste ernst
zu nehmen, zu hinterfragen...wirklich eine Tür im Herzen aufmachen,
um zu verstehen.
Psychosoziale Beratung vor Samenspende
In der psychosozialen Beratung zu der dann Paare wie Anna und Michael zu mir kommen, nehmen wir uns genau die Zeit, um in „alle Richtungen“ zu schauen.
🌸 Gibt es
Alternativen, die ausgeschlossen worden sind? Und warum?
🌸 Wer hatte zuerst die Idee mit der Spendersamenbehandlung?
🌸 Warum fühlt es sich „richtig“ an?
🌸 Warum fühlt es sich „richtig“ an?
🌸 Wer weiß von diesem Prozeß?
… und tausend Fragen mehr.
… und tausend Fragen mehr.
Ich erlebe häufig, dass sich Paare, wenn sie sich auf diesen Weg der Entscheidungsfindung machen auch unter Druck setzen...“Das ist unsere letzte Chance!“ oder erwarten, dass diese Entscheidung für die Samenspende scheinbar automatisch zum langersehnte Wunschkind führt...Aber auch dafür braucht es die Möglichkeit, um sich mit Fragen wie:
🌸 „...Und was
passiert, wenn nichts passiert?“ zu beschäftigen und Themen
anzusprechen.
🌸 Was wollen wir als Paar vom Spender wissen, um
ein „gutes Gefühl“ zu haben?
Frauen frage ich dann auch ganz
direkt:
🌸 „Was macht der Gedanke, von einem anderen Mann schwanger zu
werden mit Ihnen?“
Und den Mann frage ich:
Und den Mann frage ich:
🌸 „Wie ist das für Sie,
das Wissen, dass es die Spermien eines anderer Mannes sind, die ihre
Frau schwängern?“.
Das berührt sensible Themen wie
Selbstwertgefühle, Scham und Versagensgefühle
und könnten
Gründe für eine ablehnende Haltung sein. Erst wenn beide Partner
sich „gehört und gesehen“ fühlen, kann es eine gemeinsame
Entscheidung geben. Erst dann sind sie im "selben Boot mit derselben Karte und Kompaß" (denn die See kann stürmisch werden ;)
Michael fühlte sich von Anna im ersten
Moment auch „übergangen“. Er war noch zu sehr mit seinem
Diagnose-Schock beschäftigt und der Bedeutung, die das für ihn
hatte: „...Ich werde nie ein Kind zeugen können“.
Es brauchte
einige Wochen, die beide intensiv mit Gesprächen verbrachten, in denen aber auch ihre Beziehung enger und tiefer wurde. So dass sie
schließlich erst einmal entschieden, spontan zu heiraten. Ein knappes
Jahr nach den Gesprächen bei mir, starteten sie in die 1. donogene
Insemination und durchliefen 4 Inseminations-Zyklen.
Und dann... kam Polly!
Im Nachhinein sagt Michael, als ich die Drei wiedertreffe, kann er sich nicht vorstellen, warum er je daran gezweifelt habe, dieses Kind lieben zu können und dass merkwürdigerweise alle denken, dass Polly seine Augen hätte... Aber auch das mache ihn ein bisschen stolz.
Und Anna? Versonnen schaut sie auf
Polly und meint: „Wenn ich gewusst hätte, wie lang und anstrengend
der ganze Weg werden würde, ich hätte nicht gewusst, ob ich mir das
zugetraut hätte...aber jetzt ist sie zu 100 Prozent das Kind, auf
das wir gewartet haben!“
Und Polly? ...Sie hat ein neues
Bilderbuch. Und in dem gibt es die Geschichte, wie die Babys in den
Bauch der Mama kommen und das es einen netten Mann gab, der der Mama
und dem Papa ein ganz wichtiges Geschenk gemacht haben...“und das
war ich!“.
Infos und Austausch vor der Kinderwunschbehandlung mit Samenspende oder Eizellspende
Wenn auch Du überlegst, eine
Spendersamenbehandlung in Anspruch zu nehmen, melde Dich sehr gern
bei mir, egal ob Du eine Singlefrau mit Kinderwunsch, eine Frau in
gleichgeschlechtlicher Beziehung bist oder einen Mann an deiner Seite
hast. Du findest auf meiner Seite auch alle Infos zu meinem Online-Kurs zu den wichtigsten Aspekten bei Samenspende & Eizellspende (Gametenspende).
Alle Liebe, Deine Kathrin💚💓

Weiterführende Informationen
DI-Netz e.V. Vereinigung von Eltern,
deren Familie mithilfe von Spendersamen entstanden ist
Spenderkinder e.V. Erwachsene, die Spenderkinder sind
BKid e.V. Bundesverband für Kinderwunschberatung. Hier finden Sie auch in ihrer Nähe eine Kollegin, die für die psychosoziale Beratung zertifiziert ist, falls Sie nicht zu mir kommen können.
Berliner Samenbank eine der Samenbanken in Deutschland
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Fotos: mit freundlicher Genehmigung zur kostenfreien Nutzung von pixabay
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