PCO und Kinderwunsch? Hilfreiche Tipps & Infos
In
meiner Praxis erlebe ich eine Zunahme an Frauen mit Kinderwunsch, die
über ausbleibende Eisprünge und sehr lange Zyklen klagen und nicht selten schon die Diagnose Polyzystische Ovarien (PCO) mitbringen.
Da sich ja gerne die Entdecker verewigen und den Entdeckungen ihren Namen geben, ist das PCOS auch als Stein-Leventhal-Syndrom bekannt. Das waren die beiden Herren aus Amerika, die 1935 diese Symptomensammlung erstmals als EINE Krankheitserscheinung zusammenfassten. Und ja, das war ein sehr wichtiger Meilenstein. Wenn man nur die einzelnen Symptome betrachtet wie zum Beispiel den Überschuß an männlichen Hormonen oder das zum Teil monatelange Ausbleiben der Regelblutung oder die Zystenbildung an den Eierstöcken oder nur die Eireifungsstörungen... dann muss man erstmal drauf kommen, dass das ALLES irgendwie ZUSAMMENGEHÖRT! Sonst doktort man an einzelnen Symptomen rum und sieht nicht das gesamte Krankheitsbild.
Nicht immer ist das PCO "auf Anhieb" zu erkennen und es braucht eine fundierte Diagnostik einiger Blutwerte und auch dann kann nicht immer eine eindeutige Diagnose gestellt werden. Schauen wir uns mal die 10 häufigsten Symptome des PCO-Syndrom an:
Aber auch eine gestörte Bakterien-Wohngemeinschaft im Darm,
das sogenannte Mikrobiom kann aufgrund einer undichten
Darmschleimhaut auch Leaky Gut genannt und der ins Blut gelangenden Stoffe (Toxine, Bakterien, unverdaute Nahrung) zu einer
„Dauerentzündung“ führen, die wiederum vermehrt Vitamin D
verbraucht. Das Mikrobiom des Darms ist maßgeblich verantwortlich für ein intaktes Immunsystem und hält uns eigentlich "fremde Eindringlinge" vom Leib. Ist das Mikrobiom jedoch gestört, können die Auswirkungen von Depression, über Allergien bis Übergewicht und chronisch entzündliche Darmerkrankungen reichen und wird auch mit PCO in Verbindung gebracht.
Aber auch die Kleinkindphase ist für Umweltgifte (und das Entstehen von PCO) eine super sensible Phase. In der Säuglingszeit kann der Einfluss von hormonell wirksamen Chemikalien wie das oben genannte BPA (das bis 2011 in Babyfläschen enthalten war!!) zu endokrinologischen Störungen führen und somit PCO im späteren Leben begünstigen.
Wie du siehst, ist es die Suche nach der EINEN Ursache schwierig.
Auch Obst enthält viele der kurzkettigen oder „einfachen“ Kohlenhydrate, jedoch bringt Obst auch Vitamine und Ballaststoffe mit und darf daher auch weiterhin auf deinem Tisch landen. Leider sind auch die Kartoffeln, die viel Gutes enthalten nicht zu empfehlen, da sie den Blutzuckerspiegel zu schnell zu stark ansteigen lassen. Und leider trifft das auch auf Reis zu. Ziel ist ein stabiler Blutzuckerspiegel und kein ständiges extremes Auf und Ab.
Achte auf genügend Eiweiße, denn die halten dich erstens länger satt und treiben zweitens deinen Blutzucker nicht in die Höhe. (Mit Ausnahme tierischer Eiweiße wie z.B. in Milch, was auch den Insulinspiegel fix steigen lässt.)
Wusstest du, dass es einen quasi ureigenen, uns innewohnenden „Eiweißhunger“ gibt? Studien haben ergeben, dass Menschen wenn sie alles futtern dürfen, solange weiter futtern, bis der „Eiweißhunger“ gestillt ist. Wenn also deine Ernährung WENIG Einweiße enthält und das ist bei Frauen leider oft der Fall, wie meine Praxiserfahrung zeigt, dann essen wir weiter ...auf der unbewussten Suche nach Eiweißen. Viele Sachen täuschen uns vor, dass sie Eiweiße enthalten z.B. alles Salzige und Herzhafte (deswegen kann man so schlecht die Finger aus der Chipstüte lassen,wenn man einmal angefangen hat).
Als Faustformel gilt: Du brauchst pro Kilogramm Körpergewicht ca. 1g Eiweiß/Protein pro Tag. Wenn du also 60kg wiegst, sind das 60g!!!
Was genau das Polyzystische Ovarien Syndrom ist und welche Ursachen vermutet werden
können und was du selbst tun kannst, darum soll es in diesem
Blogartikel gehen. Lass uns also vorne anfangen...
Was ist das PCO Syndrom?
Als Syndrom werden Erkrankungen bezeichnet, die sich wie ein Puzzlebild aus verschiedensten Einzelsymptome zusammensetzen. Das PCOS ist so ein Puzzle!
Da sich ja gerne die Entdecker verewigen und den Entdeckungen ihren Namen geben, ist das PCOS auch als Stein-Leventhal-Syndrom bekannt. Das waren die beiden Herren aus Amerika, die 1935 diese Symptomensammlung erstmals als EINE Krankheitserscheinung zusammenfassten. Und ja, das war ein sehr wichtiger Meilenstein. Wenn man nur die einzelnen Symptome betrachtet wie zum Beispiel den Überschuß an männlichen Hormonen oder das zum Teil monatelange Ausbleiben der Regelblutung oder die Zystenbildung an den Eierstöcken oder nur die Eireifungsstörungen... dann muss man erstmal drauf kommen, dass das ALLES irgendwie ZUSAMMENGEHÖRT! Sonst doktort man an einzelnen Symptomen rum und sieht nicht das gesamte Krankheitsbild.
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Die 10 häufigsten und auffälligsten Symptome des PCO Syndroms
Nicht immer ist das PCO "auf Anhieb" zu erkennen und es braucht eine fundierte Diagnostik einiger Blutwerte und auch dann kann nicht immer eine eindeutige Diagnose gestellt werden. Schauen wir uns mal die 10 häufigsten Symptome des PCO-Syndrom an:
- Verlängerte Zyklen (manchmal bleibt die Menstruation über Monate aus) dadurch kommt es zu sehr unregelmäßigen Eisprüngen.
- Zunahme an männlicher Behaarung, die besonders im Gesicht oder wenn Haare beginnen auf der Brust zu wachsen, Frauen viel Kummer bereitet. Das wird auch Hirsutismus genannt und hängt mit dem Überschuß männlicher Hormone zusammen.
- Häufig kommt es zu Haarausfall oder dünner werdendes Kopfhaar.
- Übermässige Talgproduktion der Haut, Unreinheiten bis Akne.
- Zuckerverwertungsstörung die zur Insulinsensitivität (das ist die Vorstufe der Insulinresistenz) und später Insulinresistenz der Zelle führt. Dadurch kommt es häufig im Verlauf zum...
- Übergewicht und Ausbildung einer diabetischen Stoffwechsellage bis Diabetes II.
- Übermäßige Hormonproduktion Es werden zum einen zu viele Östrogene gebildet (dadurch ist das Hormon der 2. Zyklushälfte, das Progesteron oft zu niedrig) und es gibt meist ein Überschuss an Androgenen, die wiederum zum Teil in Östrogene umgewandelt werden.
- Durch das hormonelle Durcheinander kommt es zu Eizellreifungsstörungen und die nur zum Teil gereiften Follikel stauen sich als Follikelzysten im Eiertock, im Ultraschall sieht das wie eine „Perlenkette“ aus.
- Das Anti-Müller-Hormon (AMH) ist meist erhöht: 5-15ng/ml (Detaillierte Infos zum Anti-Müller-Hormon findest du in meinem Post Keine Angst vorm AMH-Wert: Das Anti-Müller-Hormon bei Kinderwunsch).
- Es kann Bluthochdruck vorliegen und erhöhte Blutfettwerte.
Nicht
jede betroffene Frau hat ALLE Symptome sondern eher individuelle
Kombinationen und Ausprägungen.
Mir fällt auf, dass immer mehr
Frauen ganz und gar nicht übergewichtig, sondern eher
normalgewichtig oder sogar zierlich sind. Die dünner werdenden Haare
sehe ich bei den meisten meiner Patientinnen ebenso wie die
Insulinsensitivität oder Insulinresistenz.
Da die
Diagnose PCO und die symptomatische Ausprägung so vielgestaltig sein
kann, findet man auch sehr widersprüchliche Angaben zu der Frage:
Wie viele Frauen sind eigentlich betroffen? Manche Studien sagen
3-4% andere Studien sagen, dass weltweit ca. 10% der Frauen im gebärfähigen
Alter von PCO betroffen sind. Und ja, das ist echt viel!
Woher kommt das PCO – Die Suche nach den Ursachen
Wie bei
allen komplexen Syndromen ist das nicht so einfach: Es gibt meist nie
DIE EINE Ursache.
Die
gängigste, und wie ich finde ungenaueste, Erklärung ist nach wie
vor oft: Stoffwechselstörung mit einem Überschuss an männlichen Hormonen:
Manche Quellen bezeichnen das vermehrte Vorliegen männlicher Hormone,
die in Östrogene umgewandelt werden als Ursache ohne zu ergründen,
woher der Überschuß männlicher Hormone kommt. Daher müssen andere
Stoffwechselstörungen, wie Morbus Cushing (z.B. häufige Nebenwirkung
wenn man lange Zeit Cortisonpräparate nehmen muss) ausgeschlossen
werden.
Genetische
Veranlagung z.B. gibt es das Androgenitale Syndrom bei dem es ebenfalls zu einem
„Zuviel“ an männlichen Hormonen kommt was dann eben zum PCOS führen kann.
Insulinresistenz
aufgrund von Übergewicht und erhöhten Blutfetten wird ebenfalls als
verursachender Faktor angesehen. Da aber nicht alle Frauen
übergewichtige sind, muss es zwangsläufig auch weitere Ursachen
geben.
Sehr wahrscheinlich ist jedoch, dass unsere zuckerreiche und (Trans)fettreiche Ernährung ein Puzzleteil in der Entstehung des PCO ist.
Sehr wahrscheinlich ist jedoch, dass unsere zuckerreiche und (Trans)fettreiche Ernährung ein Puzzleteil in der Entstehung des PCO ist.
Ich
finde folgende Begründungen sehr sehr spannend!
Vitamin
D-Mangel und in der Folge eine zystische Entartung der Ovarien
(Eierstöcke). Bei Frauen mit PCOS liegt häufig ein gravierender
Mangel an Vitamin D vor. Und ja, den sehe ich bisher bei ALLEN meiner
Patientinnen mit PCO Syndrom.
Kleinsterreger
sogenannte Mikroben wie z.B. Mycoplasmen oder Clamydien, die in und
an den Zellen die Vitamin-D „Postkästen“, die sogenannte Rezeptoren
besetzen, so dass kein Vitamin D andocken kann und dadurch die Erreger nicht vom
Immunsystem als „Eindringling“ erkannt werden. Das kann zu
sogenannten „stillen“ Infektionen (silent inflammation)
führen. "Still" weil sie sehr unspezifische Symptome machen und mit den gängigen Bluttests nicht sofort sichtbar sind.

Was haben Umweltgifte mit PCO zu tun?
Seit neuestem werden auch folgende Befunde diskutiert:
Endokrine Disruptoren: Der
Kontakt mit hormonell wirksamen Stoffen wie BPA, was in vielen
Plastikprodukten enthalten war und immer noch ist, kann in der
Schwangerschaft der Mutter bei dem sich im Mutterleib entwickelnden
weiblichen Embryos zu endokrinen Störungen wie PCO führen. Das Syndrom mit all seinen Auffälligkeiten wird dann ja erst mit der Pubertät und im frühen Erwachsenenalter sichtbar - verursacht wurde es dann jedoch schon in der embryonalen Zeit.
Aber auch die Kleinkindphase ist für Umweltgifte (und das Entstehen von PCO) eine super sensible Phase. In der Säuglingszeit kann der Einfluss von hormonell wirksamen Chemikalien wie das oben genannte BPA (das bis 2011 in Babyfläschen enthalten war!!) zu endokrinologischen Störungen führen und somit PCO im späteren Leben begünstigen.
Mit BPA kommt jede von uns in Kontakt,
da es z.B. im Thermopapier der Kassenbons, Mikrowellengeschirr und
sogar als Bestandteil von Zahnfüllungen enthalten ist.
Wie du siehst, ist es die Suche nach der EINEN Ursache schwierig.
Ich
halte ein Zusammenspiel von genetischer Veranlagung und
Umwelteinflüssen zu denen auch Lebensstil, Darmgesundheit und der
Kontakt zu giftigen Chemikalien (wie z.B. BPA) gehören, als Ursache für sehr
wahrscheinlich.
Was bei Polyzystischen Ovarien hilft - Therapieoptionen
An eine wirksame Therapiemöglichkeit im Sinne von „Heilung“ glauben Mediziner nicht...sie versuchen die Symptome zu lindern. Daher sieht der schulmedizinische Ansatz meist eine Behandlung mit Hormonen z.B. Metformin zur Verringerung der Insulinresistenz vor oder es wird die „Pille“ verschrieben, um die männlichen Hormone in Schach zu halten.
Zusätzlich werden manchmal auch entzündungshemmende
Medikamente verschrieben, die die Ausschüttung der männlichen
Hormone mindern sollen. Und es wird geraten Gewicht zu reduzieren,
wenn die Frau übergewichtig ist. Hm, alles nicht so richtig
befriedigend, zumindest nicht für Frauen mit Kinderwunsch, denn die
Pille wollen die meisten auf gar keinen Fall. Bleibt Metformin und
der Weg hormonellen Beeinflussung des Zyklusses und die künstliche Befruchtung.
Wie du dir bei PCO selbst helfen kannst - 5 wirksame Tipps
Ich
vertrete den Ansatz, dass eine medizinische Kinderwunschbehandlung und
alternativmedizinische Ansätze, die ihren Fokus eher auf die
Lebensstilfaktoren legen sich nicht ausschließen müssen sondern
eher sehr gut ergänzen können.
Meinen
Kinderwunschfrauen gebe ich insbesondere folgende Basis-Empfehlungen,
die natürlich im Einzelfall immer sehr individuell ausfallen:
1. Ernährung bei PCO - Wichtige Basics
Auch
wenn noch keine Insulinresistenz diagnostiziert worden ist, würde
ich dir ans Herz legen, „einfache“ Kohlenhydrate stark
einzuschränken. Also alle Weißmehlprodukte wie Brot, Brötchen,
Backwaren vom Bäcker, weiße Nudeln, Reis, Süßigkeiten.
Zu den „No Go`s“ gehören auch alle zuckerhaltigen Softgetränke wie Cola und
Co. Ich habe tatsächlich Frauen, die zum Erstgespräch mit einer
Light-Cola in der Hand kamen und glaubten, mit einem
Zuckeraustauschstoff das Problem „Zucker“ gelöst zu haben.
Leider nein!
Auch Obst enthält viele der kurzkettigen oder „einfachen“ Kohlenhydrate, jedoch bringt Obst auch Vitamine und Ballaststoffe mit und darf daher auch weiterhin auf deinem Tisch landen. Leider sind auch die Kartoffeln, die viel Gutes enthalten nicht zu empfehlen, da sie den Blutzuckerspiegel zu schnell zu stark ansteigen lassen. Und leider trifft das auch auf Reis zu. Ziel ist ein stabiler Blutzuckerspiegel und kein ständiges extremes Auf und Ab.
Lege
dein Augenmerk verstärkt auf komplexe Kohlenhydrate am Morgen und am
Mittag. Dazu eignen sich: Hülsenfrüchte wie Kichererbsen (daraus
kannst du dir ein Hummus machen), Linsen, Kidneybohnen aber auch
Vollkornbrot, Vollkornhafer- oder Vollkorndinkelflocken fürs Müsli,
Nüsse, Gemüse.
Am Abend solltest du komplett auf Kohlenhydrate
verzichten. So bekommen deine Zellen wichtige Zeit für
Regeneration und „Recycling“. Denn wenn deine Zelle keine
Kohlenhydrate bekommt, „verbrennt“ sie ihre angelegten
Notreserven. Gleichzeitig wird das Fett in der Leber und im
Bauchfettgewebe, das ebenfalls Östrogene und Entzündungsstoffe
produziert abgebaut. An dieses Fett vergreift sich der Körper erst,
wenn du ihm die „schnellen Energielieferanten“ vorenthältst und
nein, dafür muss man abends nicht hungrig ins Bett.
Achte auf genügend Eiweiße, denn die halten dich erstens länger satt und treiben zweitens deinen Blutzucker nicht in die Höhe. (Mit Ausnahme tierischer Eiweiße wie z.B. in Milch, was auch den Insulinspiegel fix steigen lässt.)
Wusstest du, dass es einen quasi ureigenen, uns innewohnenden „Eiweißhunger“ gibt? Studien haben ergeben, dass Menschen wenn sie alles futtern dürfen, solange weiter futtern, bis der „Eiweißhunger“ gestillt ist. Wenn also deine Ernährung WENIG Einweiße enthält und das ist bei Frauen leider oft der Fall, wie meine Praxiserfahrung zeigt, dann essen wir weiter ...auf der unbewussten Suche nach Eiweißen. Viele Sachen täuschen uns vor, dass sie Eiweiße enthalten z.B. alles Salzige und Herzhafte (deswegen kann man so schlecht die Finger aus der Chipstüte lassen,wenn man einmal angefangen hat).
Also
schau, dass du echte Eiweiße zu JEDER Mahlzeit isst. Geeignet sind
insbesondere pflanzliche Eiweiße (auch Proteine genannt).
Proteingehalt pro 100g
100g
Sonnenblumenkerne enthalten ca. 22g Protein
100g
Rindersteak enthalten ca. 23g (du siehst, in den kleinen Sonnenkernen
steckt soviel Power wie in Fleisch!) einfach über den Salat streuen
100g
Mandeln 21g
100g
Quinoa 14g
100g
Rote Linsen 25g
Auch im
Gemüse stecken Proteine! Ich liebe z.B. Brokkoli (3,5g Protein/100g)
und Champignons (3,1g Protein/100g) als Eiweißlieferanten. Also
liefert eine kleine Gemüsepfanne (300g) mit Champis, Brokkoli und
einem Esslöffel (ca.10g) Sonnenblumenkernen ca. 12g Protein.
Als Faustformel gilt: Du brauchst pro Kilogramm Körpergewicht ca. 1g Eiweiß/Protein pro Tag. Wenn du also 60kg wiegst, sind das 60g!!!
Gerade
am Abend kannst du dich an pflanzlichen Eiweißen satt essen. Dafür
eignen sich z.B. rote Linsen-Suppe oder eine bunte Gemüsepfanne mit
Kichererbsen und Sonnenblumenkernen oder Falafel mit Hummus und gebratenen roten Zwiebeln.
Meide
bei PCO Fruktose!! Jedes Zuckermolekül, egal woher es kommt, besteht
aus Glukose und Fruktose: Die Fruktose wird in der Leber deponiert
für „schlechte Zeiten“ und sofort in Fett umgewandelt. Fruktose
ist, wie der Name sagt „Fruchtzucker“ und vor allem in Früchten
enthalten. Nein, das heißt nicht, dass du kein Obst essen solltest.
Obst ist super, denn es enthält nicht nur Antioxidantien, die du
dringend brauchst sondern auch Vitamine, Mineralien und tolle
Ballaststoffe für deine „Darm-Bewohner“. ABER: auf Fruchtsäfte
und Smoothies, Marmeladen solltest du dringend verzichten!!
Gönne deinem Körper
wichtige „Reparatur- und Regulationszeiten“. Es gibt einige
interessante Studien, die belegen, dass Fasten einen günstigen
Effekt auf PCO hat.
Um nicht sofort ein ziemlich anstrengendes
Heilfasten Programm zu beginnen (das natürlich sehr gut auf die
Harmonisierung deiner Hormone wirken kann), kannst du auch ein sogenanntes
Intervallfasten in deinen Alltag einbauen:
- Entweder indem du an einem
Tag in der Woche fast nichts isst, aber Tee und Wasser trinkst und
nicht mehr als 500 kcal zu dir nimmst z.B. in Form einer Gemüsebrühe.
- Oder du hältst dich an die 8:16 Regel. Das bedeutet: 8 Stunden essen und 16h fasten. Im Alltag bedeutet das für dich: du darfst 8 Stunden essen. Wenn man das Frühstück weglässt, klappt das für die meisten ganz gut. Und nein, nicht sofort jeden Tag. Wenn dir das Intervallfasten an 2 Tagen in der Woche gelingt, ist es schon ein wichtiger Heilimpuls in die richtige Richtung.
Meide
unbedingt „Transfette“ - das sind Fette, die in ihrer Struktur
verändert worden sind um z.B. streichfähig zu sein. Ein Beispiel:
Sonnenblumenöl ist normalerweise flüssig, um daraus Magarine zu machen werden die
Fettmoleküle chemisch „umgebaut“ damit sie streichfähig sind.
Transfette stecken in allen Industrieprodukten wie Chips, Fertigpizza
oder (industriellem) Gebäck. Diese Transfette sind deinem Körper
suspekt und sie wirken eher schädlich, da sie Entzündungen
anheizen.
Da wir
die oben beschriebenen „silent inflammations“ nicht spüren, aber
diese bei PCO und bei Übergewicht mit sehr großer Wahrscheinlichkeit trotzdem vorhanden sind,
solltest du viele entzündungshemmende Nahrungsmittel verwenden. Zu
den Entzündungshemmern gehören Antioxidantien wie Flavonoide,
Vitamin C und E sowie Vitamin D.
Antioxidantien finden sich
eigentlich in allen Gemüsen, Beeren, Nüssen aber auch im Kaffee.
Außerdem hemmen Vitamin C und Flavonoide die Östrogenproduktion,
die es bei PCO im Übermass gibt. Flavonoide sind die Farbstoffe, die
die Blaubeere blau und die rote Beete rot und die Möhren orange
machen.
Als
Entzündungshemmer sehr weit vorn ist auch unbedingt das Omega 3 zu
nennen, das du z.B. in Leinsamen oder fetten (Kaltwasser)Fisch wie
Makrele, Lachs und Hering. Der Thunfisch gehört zwar auch dazu, aber
da das ein sehr großer Fisch ist, der viele kleine Fische gefressen
hat, enthält Thunfisch oft zuviel Quecksilber.
Falls du vegan lebst
– die Urquelle von Omega 3 sind Pflanzen: Leinöl, Leinsamen, Hanf,
Walnüsse und Algen aus denen es auch „Omega-3 Algenöl-Kapseln“
gibt.
Und was
ist mit Milch? Ich empfehle Frauen mit Kinderwunsch für die Zeit des
Kinderwunsches auf Milch im Kaffee und Käse zu verzichten, da sie
die Leber anregen einen „Wachstumsfaktor“ herzustellen, das
IGF-1. Dieser „Wachstumsfaktor“ der eben auch noch „Insulin
ähnlich“ ist, heizt Entzündungen an und hält die bereits
vorhandene Insulinresistenz der Zellen aufrecht. Ab und zu erlaubt ist
Naturjoghurt, da dieser fermentiert ist, lebende Bakterienkulturen
enthält und somit deine Darmgesundheit hilfreich unterstützt.
Zusammengefasst
sollte deine Ernährung also...
💚 sehr pflanzenreich sein,
💚 weniger Kohlenhydrate (in der Tendenz „low carb“) und
💚 ausreichend
pflanzliche Eiweiße enthalten, sowie aus
💚 guten pflanzlichen Fetten (Leinöl, Olivenöl) bestehen.
2. Geduld - Du brauchst die mentale Kraft des Langstreckenläufers
Ich
warne in der Regel davor: ALLES auf EINMAL umsetzen zu wollen, denn
das hält man meist nicht lange durch, lässt es sein und ist
enttäuscht „weil es vermeintlich nicht klappt“.
In der Therapie
von PCO braucht es jedoch die mentale Kraft für die Langstrecke. Du
brauchst Geduld! Daher beginne mit kleinen Veränderungen und wenn
die gut über 4 Wochen etabliert sind. Dann kannst du weitere
Veränderungen dazu nehmen.
3. Nahrungsergänzungsmittel bei PCO - Welche sind sinnvoll?
Ich rate dringend davon ab zu viele
Nahrungsergänzungsmittel in isolierter Form zu nehmen. Zum Beispiel
auch wenn Vitamin C ein tolles Antioxidant ist, solltest du lieber
auf Vitamin C reiche Früchte und Gemüse setzen, da unser Körper damit besser
und schneller was anfangen kann als mit den isolierten (oft
synthetischen) Stoffen.
Da bei PCO oft der Vitamin D Spiegel im "Keller" ist, macht die Einnahme Sinn, wenn vorab der Blutwert 25-Hydroxy-Vitamin-D bestimmt worden ist. Denn "einfach so" 1000 IE Vitamin D zu nehmen wird bei einem massiven Mangel nicht ausreichen.
Falls du zu selten Fisch isst oder gar vegan lebst, können Omega 3 Kapseln von guter (Bio-) Qualität sehr sinnvoll sein!
4. Amalgamsanierung der Zähne
Da Amalgam Quecksilber enthält, was dein Immunsystem zusätzlich belastet und Amalgam die Progesteronsynthese hemmt, sollte bei
einem guten Zahnarzt das Amalgam entfernt werden. Und danach sollte
eine mindestens 4 wöchige Entgiftung folgen.
5. Bewegung
Warum Bewegung gut ist, brauch ich sicher nicht zu erwähnen, oder? Nein,
du musst nicht mit Extremsport anfangen, sondern setze eher auf
kleine regelmäßige Bewegung im Alltag. Lieber täglich 30min
spazieren statt 1x in der Woche ins Fitnessstudio. Der regelmäßige
sanfte Bewegungsreiz harmonisiert deine Stoffwechsellage besser als
EIN intensiver Reiz.
Was solltest du beim Verdacht auf PCO testen lassen?
1. Vitamin D
Um herauszufinden, ob auch du einen „unterirdischen“ Vitamin D Spiegel hast, solltest du diesen Wert: 25-Hydroxy-Vitamin-D testen lassen und nicht auf Verdacht selbst anfangen hochdosiertes Vitamin D zu nehmen.
Bei PCO
wird ein Wert über 50ng/ml angestrebt. Die Funktion von Vitamin D
ist sehr komplex – einerseits steht der Mangel an Vitamin D mit im
Verdacht PCO zu verursachen und aufrechtzuerhalten. Du brauchst Vitamin D aber auch für deine Zellkraftwerke, die Mitochondrien, für gute Eizellen, für die Insulin Synthese, als Entzündungshemmer und für ein gut
funktionierendes Immunsystem.
2. Blutzuckerwerte
Hba1c: Dieser Wert zeigt, wie sehr deine roten Blutkörperchen mit
Zucker „beladen und belastet“ sind. Die Zuckerlast wir dein rotes
Blutkörperchen nicht wieder los und da es ca. 120 Tage lebt, zeigt
der Wert die Blutzuckerkonzentration der letzten Wochen. Hba1c
(5,7%-6% = Prädiabetes) anzustreben ist also ein Wert unter 5,7%.
Blutzucker
nüchtern: 100-125mg/dl gilt als Prädiabetes, 70mg/dl sind normal.
HOMA: Das
ist ein Index, der nach 12h Fasten (also morgens nüchtern) abgenommen
wird und für Insulin nüchtern im Verhältnis zur nüchteren
Glukosekonzentration steht. Ein HOMA-Index von 2,5-5 bedeutet: Insulinresistenz sehr wahrscheinlich!
3. Selen
Dieses Spurenelement brauchst du für eine gesunde Leberfunktion - deine Leber ist durch den Abbau des "Zuviels" an Hormonen belastet! Selen ist ebenfalls wichtig für
die Schilddrüse und deine Haare. Dieser Wert wird oft vernachlässigt
zu testen, gehört für mich aber dazu. Insbesondere wenn du
Schilddrüsenhormone nimmst, die eine Selenaufnahme aus der Nahrung
boykotieren.
4. Deine Geschlechtshormone LH, FSH, Östrogen und Progesteron sowie Androgene
Deine Geschlechtshormone LH, FSH, Östrogen und Progesteron, aber auch die Androgene werden eh meist bestimmt, wenn du einen Kinderwunsch hast,
daher gehe ich darauf nicht genauer ein.
PCOS und Kinderwunsch: Tipps aus Naturheilkunde und Schulmedizin
Meine
Güte, da ist ja nun doch einiges zusammengekommen. Aber wie oben
gesagt: Mach ein Schritt nach dem anderen! Wenn du dabei
Unterstützung brauchst, melde dich gern oder vereinbare einen individuellen Termin mit mir über mein Kontaktformular auf meiner Webseite Kinderwunsch in Berlin.
Herzlichst,
Deine
Kathrin Steinke
Eine gute Buchempfehlung zur Ernährung ist "Der Ernährungskompass"
Das Fazit aller wissenschaftlichen Studien zum Thema Ernährung mit den 12 wichtigsten Regeln der gesunden Ernährung. Bas Kast wertet eine Unmenge an Studien aus und stellt zusammen, was bisher wirklich belegt ist.
Bildquellen: Bilder 1,3,4,5,6,7,8,9 www.pixabay.compixabay.com/de/
Bild 2 PCO Zyste:https://www.research.bayer.de/de/polyzystisches-ovarialsyndrom-therapie.aspx?WT.ad=explr
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